Ergotherapeutische Arbeit findet nie im luftleeren Raum statt. Klient:innen bringen stets ihr familiäres und soziales Bezugssystem mit in die Therapie – sichtbar oder unsichtbar, ausgesprochen oder unausgesprochen. Besonders in Familien, in denen ein Kind mit Behinderung lebt, beeinflussen Geschwisterbeziehungen, Rollenverteilungen und familiäre Belastungen die Entwicklung, Selbstregulation und Teilhabe aller Beteiligten, häufig ohne explizit thematisiert zu werden.
Dieser zweistündige Online-Kurzlehrgang richtet sich an Ergotherapeut:innen, die ihre Klient:innen nicht isoliert betrachten, sondern im Sinne eines erweiterten Klientenkontexts arbeiten möchten. Im Fokus stehen Geschwisterdynamiken, typische Rollenübernahmen sowie deren Auswirkungen auf Selbstregulation, Verhalten und Teilhabe im Alltag.
Aus systemischer Perspektive wird Verhalten nicht als „Störung“, sondern als sinnvolle Anpassungsleistung innerhalb eines Systems verstanden. Ein angepasstes, überverantwortliches oder auch oppositionelles Verhalten kann Hinweise darauf geben, welche Funktion ein Kind im Familiensystem übernimmt – und welche Belastungen möglicherweise unausgesprochen bleiben.
Anhand von Fallbeispielen aus der Praxis sowie aktueller Forschung zu Belastung und Resilienz von Geschwisterkindern werden konkrete Anknüpfungspunkte für die ergotherapeutische Arbeit aufgezeigt. Die Teilnehmenden erhalten praxisnahe Impulse, wie Geschwister und Eltern in den therapeutischen Prozess einbezogen werden können, ohne therapeutische Grenzen zu überschreiten.
Datum & Uhrzeit: Montag 04. Mai 2026 18:00
Unterichtseinheiten (á 45 Min): 3
Anmeldegebühr: 45.000000
Seminar Ort: Online als Webinar